Mach Loop

Vom 20. bis 22. September weilte ich mit einem Kollegen in dem in Fliegerkreisen weit bekannten Tieffluggebiet Mach Loop. Das grosse und hügelige Gebiet liegt in der Nähe von Barmouth im mittleren Teil von Wales, ziemlich im Westen. Hauptsächlich die Verbände der königlichen englischen Luftwaffe und Marine nutzen die Täler zum Training der Tiefflüge. Mit etwas Glück kann man aber auch Maschinen ausländischer Luftwaffen im Mach Loop beobachten. Allen voran amerikanische F-15 aus Lakenheath sind oft gesehene Gäste. Glück ist ein gutes Stichwort, denn davon braucht man einiges, wenn man sich im Gebiet positioniert. Es ist weder bekannt was fliegen wird, noch wo was fliegen wird. Und so kann es gut sein, dass man acht Stunden an einem idealen Standort bereit steht und es fliegt dort einfach nichts, sondern nur in den angrenzenden Tälern oder aber auch überhaupt nichts. Oder man ist kurz abgelenkt und schon ist die Maschine vorbei bevor das Bild gemacht werden konnte. Dazu kommt noch, dass das Wetter in Wales oft durchzogen, windig und regnerisch sein kann. Es kommen also so einige Dinge zusammen die erfüllt sein müssen, bevor man die Kamera überhaupt einmal benützen kann.
Wir haben in den drei Tagen so ziemlich alle oben erwähnten Situationen erlebt. Das Wetter war am Vormittag des ersten Tages mit viel Wind und Regen sehr schlecht. Es flog nichts. Am Nachmittag beruhigte sich das Wetter und die Sicht wurde für Flüge gut genug. Wir wechselten unsere Position vom Corris Corner zum Standort Bluebell. Die erste Maschine kam in meiner Pinkelpause..glücklicherweise nur ein Hawk. Die zweite und gleichzeitig letzte Flugbewegung an diesem Tag war erneut ein Hawk. (Bild 1 und 2 von links der ersten Reihe)
Am zweiten Tag stiegen wir, in der Hoffnung etwas mehr zu Gesicht zu bekommen, erneut den Hang zum Bluebell hinauf. Ein Aufstieg zu diesem Standort dauert rund 45 Minuten und ist je nach Route ziemlich steil, mit gutem Schuhwerk aber machbar. Das Wetter war relativ gut, ohne Regen und mit sonnigen Abschnitten. Mit je einem Tornado GR4 am Vormittag und am Nachmittag, sowie zwei Hawks am Nachmittag war der Tag zwar erfolgreicher als der Erste, wobei man sich von acht Stunden Wartezeit insgeheim schon etwas mehr erhofft. (Bilder 3, 4, 5 von links der ersten Reihe & Bilder 1, 2, 3 von links der mittleren Reihe)
Am Mittwoch versuchten wir unser Glück erneut am Corris Corner. Das Wetter war am Vormittag noch ziemlich passabel. Am Nachmittag setzte aber zunehmend Wind und Regen ein, bis wir um ca. 15.00 Uhr gezwungen waren das Warten abzubrechen. Die Sicht war zu schlecht und der Regen zu stark geworden. Der Vormittag war mit acht Hawks und einem Hercules sicher am erfolgreichsten, aber dennoch blieb das Erlebte unter unseren Erwartungen. (Bilder 4, 5 von links der mittleren Reihe & die letzte Reihe)
Der Donnerstag startete bereits mit Regen und tiefhängenden Wolken. Deshalb haben wir kurzfristig beschlossen, die verbleibende Zeit bis zum Rückflug in die Schweiz nicht in Wales, sondern in Brize Norton zu verbringen.

Der kurze Bericht soll zeigen, dass in dem Gebiet zwar absolute Top-Bilder geschossen werden können, es aber einer grossen Portion Glück und Durchhaltewille bedarf, bis es soweit sein kann. Ein mehrtägiger Besuch in dem landschaftlich wunderschönen Gebiet lohnt sich aber auf alle Fälle!

Übersicht 2010